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Kerrygold Extra (mit Meersalz)


kerrygoldDer Streit, ob nun Butter oder Margarine aufs Brot gehört, währt länger, als ob sich noch irgendein Mensch an seinen Ursprung erinnern könnte. 1869 ging als Geburtsjahr der Margarine in die Geschichtsbücher ein (Napoleon lll. war auf der Suche nach einem billigen Butterersatzprodukt), ein industriell hergestelltes Streichfett also, erfunden ausgerechnet in Frankreich, wodurch ich mir erlaube, den Spruch “essen wie Gott in Frankreich", sehr kritisch zu hinterfragen. Ich selbst tendiere zur Butter, und wer sich einmal die Mühe machte, die Packungsangaben auf einer Schachtel Margarine zu lesen, der weiß auch warum. Ich denke, man kann mit Margarine durchaus erfolgreich mechanische Teile in Fabriken und Handwerksbetrieben schmieren, um eventuelle Reibungsverluste erfolgreich zu minimieren, nur essen sollte man sie nicht.

Auch wenn die Margarineindustrie Abermillionen in die Werbung steckt, um deren angebliche gesundheitsfördernde Wirkung massenwirksam unters Volk zu bringen: Ich schmiere mir keine Glycidol-Fettsäureesters aufs Brot. So hungrig kann gar kein Mensch sein. Auch wenn Margarine länger haltbar ist als Butter: Ich selbst möchte gern auch etwas länger haltbar sein.

Natürlich muss es nicht immer reine Butter sein, denn man weiß ja, dass Butter, nimmt man diese aus dem Kühlschrank, hart ist wie rot-grünen Sozialreformen namens Hartz4. Deshalb greife ich seit längerer Zeit zu einer Form von Streichfett, welches aus einem Anteil Butter und einem Teil Rapsöl besteht, was den Vorteil hat, dass es selbst in der Arktis stets ohne jeglichen Kraftaufwand auf Stulle oder Robbenfleisch gestrichen werden kann (meines Wissens nach stehen Eskimos nicht so doll auf deutsches Vollkornbrot!). Von diesen Streichfetten gibt es inzwischen zig Sorten, wobei sie nach meiner Erfahrung alle sehr ähnlich schmecken; Nuancen feinster geschmacklicher Differenzen lassen sich von meiner nunmehr 48jährigen Zunge jedenfalls nicht mehr feststellen. So dass mein Griff ins Butter-Rapsöl-Streichfettregal stets mehr zufällig als gezielt ein Produkt ergreift, welches diesmal Kerrygold extra heißen sollte.

Die erste Frage, die sich mir stellt, ist, warum auf der Packung unbedingt ein gefaltetes Stück Papier kleben muss, auf welchem mich die Firma IDB Deutschland GmbH zu einem Gewinnspiel animieren will. 20 Genießer-Brunchs im Wert von je 800 Euro für max. 15 Personen. Das macht rund 53 Euro pro hungriges Maul. Ich weiß nicht, was sich die IDB Deutschland GmbH unter einem "Genießer-Brunch" vorstellt, aber für 53 Euro geht es in Berlin maximal an die Pommesbude. Bier geht dann zudem noch auf eigene Rechnung.

Die zweite Frage lautet, warum bei der Inhaltsangabe zwar Butter mit 63%, Rapsöl mit 13% und Meersalz mit 1% benannt wird, Wasser aber ohne Angabe der Prozente deklariert ist. Laut Adam Riese müssten dies ja 23% Prozent sein, also gut ein Viertel, was, sollte dies technisch nicht begründbar sein, bei mir leichte Skepsis hervor ruft. Denn schließlich ist es doch so, dass, möchte ich ein Brot in Wasser tunken, ich dieses Wasser weit günstiger aus meinem Wasserhahn beziehen könnte. Denn wenn von 250 Gramm Streichfett knapp ein Viertel, also 57,5 Gramm Wasser sind, so komme ich bei der IDB Deutschland GmbH auf einen Wasserpreis von ungefähr (bei einem Packungspreis von 1,69 €) 6.760.-- Euro pro Kubikmeter (hier bitte ein erstauntes Pfeifen denken!) Somit vermute ich, dass bei diesem Wasserpreis allein schon der pure Verzehr von Kerrygold extra eines jener zu verlosenden Genießer-Brunchs ist.

Fazit: Eskimotauglich. Durchaus lecker. Durch den hohen Wasserpreis für Kleinverdiener aber kaum erschwinglich.


5 von 6
5 von 6 Jublern.

Gekauft bei Rewe, 250 Gramm für 1,69 Euro

Frisch getwittert!

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