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Tablet Computer Medion Lifetab P9516


tablet medionDa mein alter Rechner der Firma Dell mit seinen 512 MB Arbeitsspeicher den Aufgaben des Alltags (die vollständige Berechnung der Kreiszahl Pi, die Effekte für die für 2015 geplante neue Episode der Star Wars-Saga, die geschmackliche Decodierung von Coca-Cola) einfach nicht mehr gewachsen war, musste neue Hardware ins Haus. Nun war guter Rat teuerer als die einem quasi überall hinterher geworfene Technik, denn den seltenen Seltenen Erden zum Trotz ist das Angebot an PC's und Laptops für den Kunden namens Otto Normal schier unüberschaubar geworden. So kam es mir gerade recht, dass der Discounter um die Ecke mir ein Angebot machte, welches ich - aus heute allerdings nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen - einfach nicht abschlagen konnte. Und so wurde ich Besitzer eines Tablets, mehr ein Spontankauf, geschuldet unter anderem dem den Menschen innewohnenden allgegenwärtigen Geiz, denn das Preisschild am Gerät versprach satten Rabatt.

Der erste Eindruck war ein guter, denn neben dem Tablet enthielt der bunt bebilderte Karton allerhand nützliche Kabel und gar eine Lederhülle, in welches man das Stück Technik lederhüllen kann, was nicht nur fein aussieht, sondern auch schützt, denn das Tablet ist nackt recht glatt. Und da das Display aus Glas ist, weiß ich nicht genau, wie viele Stürze es wohl aushält, wenn es einem denn wegen seiner Glätte aus den Händen gleitet. Aber meine gedankliche Tendenz geht streng Richtung Null. Überhaupt sollte man recht vorsichtig damit umgehen, für den Einsatz außerhalb von Sofa oder Bett scheint es nicht gemacht. Wobei ich auch schon beim ersten Kritikpunkt wäre. Denn was dem Karton unbedingt noch inne liegen gemusst hätte, wären ein gutes Paar angewinkelte Knie. Denn ohne angewinkelte Knie geht rein gar nichts. Weil, egal ob Sofa, Bett oder Klo, irgendwo muss man das Tablet ja mit einer ganz bestimmten Neigung auflegen, um wenigstens halbwegs zu erkennen, was es auf dem Bildschirm denn so zu entdecken gibt. Natürlich kann man das Tablet auch flach auf einen Tisch oder ähnliches legen, was aber auf Dauer recht uncool wirkt, weil man dann immer mit seinem Kopf waagerecht überm Tablet schweben muss, als ob man in einen Topf mit Bohnensuppe guckt. Außerdem bekommt man davon recht bald einen Stiernacken, und ob einem die Firma Medion neue Hemden mit größerer Kragenweite kauft, mag zurecht und kräftig angezweifelt werden.

Während ich es also beim Laptop gewohnt war, den Blickwinkel über die Neigung des kippbaren Displays zu ändern, bleibt mir nun nichts weiter übrig, als meine angewinkelten Knie als Ablage zu missbrauchen. Und diese muss ich schon gehörig anwinkeln, was bei Sofa und Bett ganz gut gelingt, nur eben nicht auf dem Klo. Denn sobald die Füße den Boden verlassen, kippt Körper samt Knien samt Tablet nach hinten, was zu wirklich unschönen Szenen führt. Das Herausstemmen des Körpers aus der Schüssel mit einer Hand (die andere hält das neue Tablet!) und zudem mit dem Handicap der durch Hosen gefesselten Beine ist zweifelsohne sehr artistisch. Doch so ein Klo ist nicht der Zirkus Sarrasani!

Auch sehr gewöhnungsbedürftig ist das Betriebssystem, da der Autor bisher über viele Jahre mit Windowscomputern Pornos guckte, äh, arbeitete, und Android doch softwaretechnisch größere Schwächen offenbart. Das mag subjektiv empfunden sein, doch bisher habe ich noch kein Schreibprogramm für Android gefunden, welches mich halbwegs zufriedenstellt. Das vorinstallierte ist teilweise so langsam, dass bei schnellem Gedankenfluss der Gedanke längst wieder im Nirvana verschwunden ist, bevor es mir gelang, ihn in den Speicher zu bannen. Und eine virtuelle Tastatur ist mir genauso unzureichend wie ein virtuelles Schnitzel. Gewöhnung hin - Gewöhnung her: Beides ist nur halbherzig zu nennen, wenn es gilt, Texte zu erstellen oder seinen Hunger zu stillen.

Über die technische Ausstattung des Tablet möchte ich mich nicht verbal verlustieren, da sie bereits einen Tag nach dem Kauf sowieso schon hoffnungslos veraltet ist. Man weiß ja schließlich, dass in Werkstätten und Laboren die Ingenieure bereits heute an fragwürdigen technischen Neuerungen arbeiten, während unsereins zwangsläufig die Technik von gestern vorgesetzt bekommt.

Positiv bleibt allerdings zu erwähnen, dass das Tablet nicht mit - wie auf der Verpackung angegeben - 32 GB internen Speicher bei mir landete, sondern glatt mit der doppelten Menge. Ob dieses nun ein Produktionsfehler oder einem depperten Azubi geschuldet sei, ist mir vollkommen wurscht. Ich werde es nicht reklamieren.

Fazit: Nette Spielerei. Für beinamputierte Menschen nutzlos.

3 von 6
3 von 6 Jublern

Medion Lifetab P9516, gekauft bei Aldi Nord, Preis 279 Euro.

Frisch getwittert!

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